Ein Fahrrad braucht eigentlich keinen Namen … eigentlich … aber…
Wenn man ein altes Fahrrad komplett zerlegt, neu aufbaut, dabei jedes einzelne Teil bewusst auswählt und damit anschließend eine grenzenlose Reise beginnt, wird aus „dem Fahrrad“ irgendwann mehr.
Und irgendwann stellte sich mir die Frage:
Wie soll es eigentlich heißen?
Die Idee kam mir über ein Tier, das ziemlich gut zu meiner Vorstellung vom Reisen passt: das Faultier. Es steht nicht für möglichst schnell von A nach B kommen ; keine Kilometerrekorde; nicht heute schon wissen müssen, wo man übermorgen sein wird. Langsam reisen. Sich Zeit nehmen. Die Umgebung wahrnehmen. Und auch einmal dortbleiben, wo es gerade schön ist.
Slow-Biker eben.
„Faultier“ als Name für mein Fahrrad gefiel mir allerdings nicht besonders. Also spielte ich ein wenig mit dem Wort herum. Aus Faultier wurde schließlich Faulty.
Natürlich weiß ich, dass Faulty nicht das englische Wort für Faultier ist. Ein Faultier ist ein sloth. Auch Slothy kam mir kurz in den Sinn – aber irgendwie wollte das überhaupt nicht zu meinem Fahrrad passen. Faulty dagegen schon. Kurz, einprägsam und ein bisschen eigenwillig.
Dass faulty im Englischen ausgerechnet „fehlerhaft“ oder „nicht ganz in Ordnung“ bedeutet, war eigentlich nicht der Plan. Aber vielleicht macht gerade das den Namen noch ein bisschen passender. Perfekt ist schließlich niemand. Und so wurde aus meinem alten Trek 950 irgendwann nicht mehr einfach nur „mein Fahrrad“.
